Warum Papiere?

Hier möchte ich einmal auf die Frage eingehen, worauf es bei der Rassehundezucht ankommt. Immer wieder sagen mir Interessierte, ich will ja nicht züchten, ich will nur einen Familienhund. Soweit, so gut...…Gesund sollte er schon sein, in die Familie passen, möglichst alt werden... wie soll das alles den funktionieren? Die Ahnentafel (Papiere), sie ist der Nachweis, für eine gute kontrollierte und vor allem nachvollziehbare Zucht.

Das ist aktiver Tierschutz !!!

Wenn Ihnen ein "Züchter" die Frage stellt: Wollen Sie Papiere, weil Sie ja "nur" einen Familienhund wollen und schon gar nicht züchten? Was würde das im Umkehrschluss bedeuten? Sie hätten die Wahl? Das bedeutet doch, dass nicht alle gezüchteten Hunde registriert und eingetragen werden (können)...…. Wie viele Welpen sind in einem Wurf, wie oft wird die Hündin belegt, ist gar ein Hund in diesem Wurf verstorben, erkrankt etc. was ist mit erblichen Fehlern, wie HD, Herzfehler etc. . Gibt es Schonzeiten für die Hündin, wie will man das alles ohne eine Registrierung kontrollieren?

Sehr große Vorsicht ist hier geboten. Ein Hund aus einem zuchtbuchführendem Verein, der seine Hundezucht dokumentiert und ernst nimmt, bekommt IMMER Papiere.  Das ist quasi wie der KFZ-Brief beim Auto. Der Nachweis, wer ist die Mutter, wer der Vater, Großvater etc.  Der Personalausweis.  

Der Züchter wird in Sachen Genetik, Aufzucht und Verhalten geschult, die Eltern werden in mehreren Prüfungen auf Wesen, Erscheinungsbild und Gesundheit überprüft und all das wird einer Datenbank dokumentiert. So können auch andere Züchter, dies Ergebnisse einsehen. Die Datenbank kann auf viele zig Generationen zurückgreifen. HD (Hüftgelenksdysplasie), AU (Augenuntersuchung), DM(deg. Myelopathie), SD (Schilddrüse) und Vieles mehr. Die Mutterhündin sollte die Welpen in einem abwechslungsreichen Umfeld, optimal Prägen können und eine qualifizierte Aufzucht muss gewährleistet sein und das alles wird ebenfalls von den Zuchtwarten in einem Mitgliedsverein im VDH dokumentiert und überprüft.

     

Die Welpen werden selbstverständlich mehrere Male entwurmt, geimpft und gechipt. Und natürlich wollen Sie einen lustigen, unkomplizierten und offenen Hovawart, der sich gut ausbilden und erziehen lässt. Ausbildung ist um ein Vielfaches einfacher, wenn der Hund einen guten Spiel und Beutetreib hat und/oder auch etwas verfressen ist. All diese Dinge können wir nur in einem Verein, der kontrolliert züchtet, vorantreiben. Woher soll ich sonst wissen, welcher Partner am Besten zu meiner Hündin passt. Es werden Hunde zusammengeführt, die zusammen passen, um Eigenschaften möglichst optimal zu ergänzen. Dabei wird selbstverständlich ebenso auf die Gesundheit, den Verwandtschaftsgrad und ein ansprechendes Exterieur geachtet, so wie auch auf das Wesen und die Bereitschaft mit dem Menschen in Interaktion zu treten.

Bei dieser Vielfalt an Zuchtstrategien, kann das nur gelingen, wenn ALLE Hunde begutachtet und dokumentiert werden, außerdem braucht es recht viele Hunde in einer Population. Es ist nicht gut für eine Rasse, wenn zu wenig Zuchthunde zur Verfügung stehen.  Im Laufe der Zeit würden die Nachkommen zwangsläufig immer verwandter werden und somit die genetische Vielfalt für Gesundheit, Wesen und auch Körperbau verloren gehen. 

Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie weitere Fragen haben...….